Whisky
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Whisky Galerie

Alles über Whisky auf unserer Schottlandreise habe ich hier ausgelagert, um die daran nicht Interessierten nicht zu langweilen.

Eine schöne Schottlandkarte mit allen Brennereien findet man hier.

Bruichladdich

Die Führung geht durch alle Gebäude, Fotografieren erlaubt. Allerdings wird neben den lauten Maschinen erklärt, so daß man wenig versteht. Bruichladdich ist eine der wenigen Brennereien mit eigener Flaschenabfüllung. An diesem Ort wird seit 1881 Whisky gebrannt.

Die Philosophie lautet "terroir matters". Analog den Weinerzeugern geht man davon aus, daß der Boden, auf dem die Rohprodukte wachsen für den Geschmack des Produktes auschlaggebend ist. Hier ist es die Gerste. Folgerichtig wird bei den Produkten zwischen Port Charlotte, Islay, Scottish und Octamore barley unterschieden, je nachdem woher die Gerste kommt. Bei einzelnen Sorten ist sogar die Farm angegeben, auf der die Gerste gewachsen ist.

Die Gerste wird hier, wie bei den meisten Brennereien, nicht selbst gemälzt, das überlasst man Spezialisten. Grund dafür ist, daß das klassische Mälzen von Hand auf Betonböden, keine gleichmäßige Qualität liefert und diese Arbeit so keinem Arbeitsschutzgesetz mehr genügt.
Spezielle Mälzereien habe dafür große teure Anlagen. So eine Mälzerei ist zbsp. in Port Ellen.

Durch das Mälzen spriesst das Korn und Stärke wird gebildet, durch das Trocken (Darren) wird dann der Keim angetötet, so daß die Stärke der Hefe als Nahrung zur Verfügung steht. Wird mit Torfrauch gemälzt schmeckt man das hinterher im Whisky (sprich Weske-i).

Dann wir das ganze zu "Grist" zermahlen und drei mal mit heissem Wasser und Hefe in den Mash Tuns angesetzt. Die Hefe frisst die Stärke und scheidet Alkohol aus. Das Ergebnis ist ein starkes Jungbier "Wash" mit 8% in dem Wash Backs.

Das wird nun erst einmal zu 25% Alkohol "low-wine",  dann ein zweites mal zu 70% Alkohol destilliert. Form, Material etc der Brennblasen spielen eine Rolle beim Charakter des new spirit. Schlank gleich weich (Glenmorangie), gedrungen gleich schwer (Lagavulin). Eine dritte Brennblase gibt es nur noch sehr selten.

Der Brennmeister schneidet 30min lang den Vorlauf (mit dem bösen Methyl-Alkohol, der blind macht; das kommt bei Single Malt allerdings aufgrund der verwendeten Gerste und Hefen fast gar nicht vor) und den Nachlauf (mit den Fuselölen, die Kopfschmerzen machen) heraus, so daß nur der gute Ethyl-Alkohol mit Wasser auf 56% verdünnt in Fässer gefüllt wird. Das dauert pro Brennvorgang etwa 3 Stunden. Auch aus diesem Wasser kann ein Torfgeschmack kommen. Bei den meisten Brennereien, wird der new spirit allerrdings erstmal zur Vermischung vor dem Abfüllen in großen Sprit vats gesammelt.

Die Fässer kommen fast immer aus den USA, weil beim Bourbon ein Eichenfass nur einmal benutzt werden darf (ein großer Deal der Böttcher Lobby und ein Glück für die schottischen Malthersteller). Man unterscheidet vor allem Quarter Casks mit 125l und Hogshead mit 250l. In kleinen Fässern nimmt der Whisky naturgemäß mehr Stoffe aus dem Fass auf, als in großen. Es werden nur Eichenfässer verwendet, weil diese atmen, d.h. bei Temperaturschwankungen kann sich der Alkohol ausdehnen und so durch Luftaustausch reifen.

Heute wird der Whisky gerne in Sherry, Portwein, Rotwein oder Rumfässern weiter ausgebaut und immer neue Nuancen zu erzeugen, solche Fässer bekommt man aber nicht so leicht. Wer trinkt noch Sherry oder Port ?

Bowmore zum Beispiel sagt - wie alle anderen Brennereien - der Whisky entsteht im Fass. Hierin unterscheiden sich die Philosophien grundsätzlich. Wer's nicht glaubt muss es probieren. Ich finde beide haben recht.

Auch die Lagerung der Fässer spielt eine Rolle bei der Reifung. 3% des Fassinhaltes geht pro Jahr als Angel's share verloren. Unter anderem daher ist alter Whisky teurer. Es verdunstet mehr Alkohol als Wasser, so daß alter Whisky in Fassstärke weniger Alkohol enthält als junger. Wird er dann abgefüllt, wird er sich in der Flasche nicht mehr verändern. 21 Jahre alt bedeutet, daß der jüngste verwendete Whisky 21 Jahre im Fass gelagert war.
Wenn es nicht gerade ein Single Cask Whisky ist, so verschneidet die Brennerei verschiedene Fässer miteinander, um eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen. Das hat mit Blended Whisky nichts zu tun, den der wird ja aus dem Whisky verschiedenen Brennereien gemischt.

Verkauft wird in Cask strengh (Fasstärke mit zbsp 56% = (den man dann selbst beim Trinken mit Wasser verdünnen muss) oder weiter fertig mit lokalem Wasser verdünnt meist mit 46%.  Ein Vorteil der Fassstärke ist, daß so ein Whisky in der geöffneten halbleeren Flasche weniger oxidiert.

Bei Bruichladdich gibt es dann eine Verkostung, wobei man dabei sehr großzügig ist. Sehr typisch für kleine Destillerien.

Im Verkaufsraum steht ein altes Oloroso Sherryfass, in das man als Experiment Whisky von 2004 gegeben hat. Davon kann ich mir eine Flasche selbst abfüllen. Den gibt es sonst nirgendwo und nie wieder. Whiskynerds sind Sammler.

Das ist natürlich ein Single Malt Whisky. Malt bedeutet, daß er aus gemälzter Gerste hergestellt ist (siehe oben).  Bourbon zum Beispiel wird aus Mais hergestellt. Single bedeutet, daß er aus einer Brennerei kommt und nicht wie die bei uns bekannten Whiskysorten Johnny Walker, Chivas etc. aus dem Whisky verschiedener Brennereien verschnitten (blended) wurde. Und Whisky ohne e, Whiskey wäre amerikanische Schreibweise.

Die Whiskys der Insel sind für ihren torfigen Geschmack bekannt (peated). Der Torfgehalt wird in PPM gemessen, der Octamore von Bruichladdich ist darin mit Abstand Weltmeister. So ein Whisky hat Haare auf der Brust.....

Ardbeg

Eine gute gemachte Führung erklärt nochmal wie man Whisky macht. Das passiert hier auf die gleiche Art und Weise wie bei Bruichladdich, es gibt nur keine Abfüllung. Wie die meisten Destillerien gehört man zu einer Gruppe, die das auf dem Festland oder gar in England zentral macht. Die Brennerei wurde 1997 wiedereröffnet.

Beim Tasting kann man den TEN, den Uigeadeil und den Corryvreckan kosten. Kaufen kann man hier natürlich auch, aber die Preise sind in GBP so hoch, daß sich das nicht lohnt.

Auch der Ardbeg ist sehr torfig - ich finde ja ledrig - was für Männer.

Lagavulin

Führung gibt es nicht,  weil die Destille silent ist. Also Verkostung mit Schokolade. 5 Whiskys mit jeweils einer passenden Praline eines Highland Chocolatiers.

Wieso 5 ? Es gibt doch nur 3 Sorten Lagavulin ? Ja die anderen beiden sind aus der Reserve des Kellermeisters.

Man merkt wie gut Schokolade und Whisky harmonieren und lernen, daß der ältere Whisky nicht unbedingt besser schmecken muss, als der jüngere. Der Destillers Edition kommt auf die Must-have Liste.

2017

Die Führung ist sehr kompetent und informativ. Fotografieren mal wieder nicht erlaubt.
Von Stahltanks und Reifung auf dem Festland ist man dann doch etwas enttäuscht.
Gut ist, daß man aus den Standardabfüllungen 2 zum Probieren aussuchen darf.
Im Shop gibt es exklusive Abfüllungen.

Bowmore

Die älteste Brennerei der Insel. In Bowmore bekommt man die Darrenböden, wo gemälzt wird zu sehen, weil man das hier zum Teil noch selbst macht. Die Führung ist gut gemacht und gut verständlich - ist ja auch schon die 3. Wiederholung. Danach gibt es eine Verkostung in der schönen Bar mit Blick aus die Bucht. Es gibt Flaschen von small batches zu kaufen, also Kleinstproduktionen.

Bunnahabein

Der einzige Islay Malt garantiert ohne Torf. Der 12 Yrs hat fast was von Rum. Die Gebäude sind hier sehr alt und nicht so schön weiss gestrichen, sondern ganz grau. Es gibt kleine Flaschen small batch zu kaufen.

Caol Ila

Die größte Brennerei Islays mit dem schönsten Arbeitsplatz für den Brennmeister. Ein riesiges Panoramafenster mit Blick aufs Meer. 1974 wiedereröffnet.

Oban

Die Brennerei liegt am nördlichen Ende das Stadtstrands in einer Seitenstrasse. Es gibt Führungen und einen Shop, bei dem Wetter draussen ist das gerade nicht so reizvoll.

Talisker

Heute ist Talisker die einzige Brennerei auf Skye, wo keine Gerste wächst, so daß alles vom Festland importiert werden muss.

Es gibt eine sehr informative und anschauliche Führung, Mälzerei und Abfüllung gibt es auch hier wieder nicht. Danach Verkostung. Fotografieren ist nicht erlaubt wg. Explosionsgefahr. Man gehört halt zu einem Konzern und da gibt es sicherlich einen Sicherheitsbeauftragten der das verbietet.
Es gibt einen großen Shop mit Ausstellung und eine Friends of Malt Sonderabfüllung, Formular ausfüllen und schon kriegt man ein Heftchen zum Stempelsammeln und die begehrte Flasche.

Glenmorangie

Glenmorangie ist der meistverkaufte Malt und die Brennerei der Erfinder des double maturing in alten Weinfässern, was man auch daran erkennt, daß es 2 Standardabfüllungen aus Port (Quinta Ruban) und Sauternes (Nectar d´Or) Fässern gibt, während die meisten Brennereien so etwas nur in kleinen Mengen herstellen.
Für eine so große Brennerei sehen die Gebäude doch noch übersichtlich aus. Die Führung ist gerade weg, aber schon von aussen kann man die 12 still pots sehen. gegenüber ist ein hübscher Laden, in dem allerdings Probieren schon etwas kostet. Wir nehmen 2 Miniaturen mit, um uns zwischen der Port "Quinta ruban" und der Sherry cask "lasanta" finished Variante zu entscheiden. Das Zeugs ist für seinen Preis schon ein guter Stoff. Eine kleine Wasserkaraffe erstehen wir auch noch.

2017

Die Tour fühlt sich recht schnell an. Man sieht die Mühle nicht, sondern vor allem die Maischeböttiche aus Stahl und die hohen Stills. Im Warehaus bekommt man etwas zur Nachreifung erzählt, die Spezialität von Glenmorangie. Der Drum, den man dann bekomm tist allerdings der nicht nachgereifte 10 Jährige.

 

Benromach

Hübsche kleine Anlage etwas vom Epizentrum Speyside. Man darf kostenlos kosten.

Strathila

Schöne kleine historische Anlage. Kosten kostet hier, der Verkäufer ist auch schnell wieder abgelenkt. Der hier erzeugte Whisky gilt als das Herz des Chivas Regal Blends.

Glenlivet

Eine riesige Anlage, großer Verkaufsraum und "Museum". Wir kommen zu dem Schluss, daß man die großen Produzenten nicht besuchen muss. Etwas besonderes findet man in deren Shop auch nicht.

Macallan

Hier ist gerade Baustelle, eine riesige Fabrik ist da schon und eine größere wird gebaut. Im Shop ist eine deutscher Herrenverein schon fleissig.

Abarlour

Man sieht vor allem den netten Shop.

Cardhu

Recht abseits gelegene Destille mit Shop. hier wie bei allen anderen davor, die zu einer großen Kette gehören, findet sich dort nur das an Whisky, was man auch im Handel bekommt.

Man wird von der Hauskatze begrüßt, die wie Garfield aussieht.

Edradour

Die kleinste Destillerie Schottlands ist auch von außen sehr hübsch. Es gibt einen großen Shop mit mehr Personal, als die eigentliche Brennerei hat (3 Mann). Die Führung dort beginnt mit einem Film und der Verkostung von 2 Drams. Die Gläser kann man dann behalten.
Danach geht es zwar sehr informativ über das Gelände, aber nicht entlang der Prozessschritte.
Interessant ist, daß Edradour auch Fässer für andere Destillerien lagern wie zbsp. Glenlivet, die dann als alte Spezialabfüllungen in kleinsten Mengen auf den Markt und in ihren Shop kommen. Schon dafür lohnt ein Besuch. Weil es eben eine kleine Brennerei ist, in der alle in Handarbeit gemacht wird (zbsp die Reste der Maische auf einen Laster zu schippen) können sie sehr diversifizieren.

Highland Park

Die Tour ist recht ausführlich. Mälzboden und Ofen kann man sehen und überall fotografieren. Wasser sei nicht so wichtig meint man hier. Und weil Highland Park nicht sonderlich torfig ist wird auch nur kurz mit und dann ohne Torf gedarrt. Auch die Herstellung und Bedeutung der Fässer wird erklärt. Insgesamt sehr informativ. Das Probenglas darf man behalten. 

Scapa Distillery

Man darf nirgends fotografieren, auch wenn die Brennerei nicht arbeitet und auch nicht aus dem Fenster mit Aussicht auf Scapa flow.
Es gibt für £3 mehr 2 Scapas zu probieren. Beide sind meiner Meinung nach mit dem ausgelaufenen 16 jährigen nicht zu vergleichen. Keine besonders gelungene Führung mit einem Security, der immer hinter der Gruppe bleibt.Ein Probenglas darf man behalten. 

Tobermory Distillery

Hier darf man alles fotografieren und alles sehen. Die Brennerei ist nicht sehr groß und produziert den torfigen Ledaig (sprich Le’itschak) und den Tobermory. Wir dürfen alle kosten, da ist man sehr großzügig.

Kilchoman

Die einzige Brennerei, wo man wirklich alle Produktionsschritte sehen kann, wenn auch in Klein. Shop und Cafe verkürzen evtl Wartezeiten. Die dort angebotenen Abfüllungen kann man auch kosten.

Laphroaig

Die Führung ist sehr ausführlich und wir können sogar mal den Darrboden mit auch darin sehen. Hier findet man das Wasser sehr wichtig und auch, daß das Feuer nur glimmt und aus dem Torf der oberen Schichten viel Rauch erzeugt – also genau das Gegenteil von Highland Park. Man darf alles Fotografieren. Jeder bekommt 5 Chips und kann aus den Standardsorten, die mit 0-3 Chíps bepreist sind seine Proben aussuchen, die man auch in kleinen Flaschen abgefüllt als Drivers Kit mitnehmen kann. Definitiv die beste Führung.

Daneben gibt es im Besucherzentrum einen Computer mit Touchscreen, wo man Mitglied des Friends of Laphroaig Clubs werden kann – so wie Prince Charles. Dann wird ein Zertfikat ausgedruckt und man bekommt am Tresen einen Mietzins in Form einer kleinen Flasche Laphroaig 10 in Naturalien ausgezahlt. Wer will kann sein Squarefoot Land auf der anderen Seite der Landstrasse in ausleihbaren Gummistiefelns suchen nd eine Fahne aufstellen.

Arran

Ein großes Besucherzentrum mit Shop und Cafe. Die Führung geht schnell, dann zwischen Maischen und Brennen findet hier alles in einem großen Raum statt. Lager sieht man gar nicht. Den Drum gibt’s vorher bei einem Filmchen, hinterher gibt ein Likörchen.